Hallo Susu
erstmal danke fuer die schoenen Bilder an Andi, Joerg und Guenter. Wer nichts mit dem Untertitel "Die Stelle ist wohl recht bekannt" anfangen kann: Sie zeigt die Engstelle (eigentlich sehr enge Kurve) an der grosse Fahrzeuge nicht vorbeikommen. Es gibt aber eine weitlaeufige Umfahrung um das gesamte Tal, die aber nicht so schoen sein soll und auch einige "nette" Steigungen und Gefaelle aufweisen soll. Ich bin damals durch das Tal gefahren - wer genau hinschaut sieht die Lackspuren am Fels auf dem Foto von Guenter

(kleiner Scherz, keine Sorge)
Wenn Du Dich fuer die F261 entschieden hast hier noch ein paar Details damit Du heile durch die Gilsá kommst.
Auf dem ersten Foto von Andi (wo das Auto im Fluss ertrinkt) siehst Du rechts im Flusstal einen Steindamm. Auf diesen Steindamm fuehrt zunaechst die Strasse und Du musst nach links fahren. Bleib immer auf dem Steindamm. Am Ende des Steindamms quetscht sich dicht an einen Felsen eine Strasse scheinbar den Berghang hoch, eine andere fuehrt direkt runter in die Furt der Gilsá.
Du musst der Strasse am Berghang folgen, auf dieser steht auch Andi und macht das Foto. Sie fuehrt in einen kleinen Bogen zu einer
viel besseren Furtstelle. Busse und schwere Fahrzeuge koennen diese (alte) Strasse nicht fahren. Sie ist zum einen zu eng, manchmal zu schraeg (kleine Abruetsche vom Berghang werden ab und zu geraeumt, aber manchmal muss man rueber fahren) und vor allem besteht die Gefahr, dass das die Strasse mitsamt des schweren Fahrzeugs abrutscht. Sie "haengt" naemlich am Prallhang der Gilsá, auch das kannst Du sehr schoen auf dem Foto von Andi sehen. Ueber all das brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, Dein Auto ist "leicht", klein und wird nicht umkippen.
Kurzum das Auto auf dem Foto von Andi benutzt eigentlich die Busfurt....
Bei der Gilsá bedenke, dass man - wie Andi richtig gesagt hat - niemals bei einem starken Gletscherfluss gegen die Stroemung faehrt. Man faehrt immer so leicht bis sehr schraeg mit der Flussstroemung, so dass der Fluss das Auto "schiebt". Dies bedeutet, das die Linie der Hinfahrt und die Linie der Rueckfahrt voellig anders ist. Fahre nicht die Furt, die der Gegenverkehr nimmt

Ein besonderer "Trick" ist bei der Inspektion zu Fuss zu beachten: Hier
http://isafold.de/trekking/furten.htm hat Dieter sehr schoen beschrieben wie man richtig und sicher zu Fuss furtet - keine Angst, ist alles nicht so schlimm. Jedoch wirst Du bemerken, dass die Linie fuer die Autos (Stroemung am Heck) fuer Fussgaenger genau falsch ist (nicht die Stroemung im Ruecken haben!).
Man kann sich natuerlich etwas behelfen indem man so eine Art Minizickzack laeuft, aber am einfachsten ist es einmal rueber zu laufen und dann auf dem
Rueckweg die genaue Linie fuer das Auto zu untersuchen.
Bei soviel Arbeit haben viele Leute die gutgemeinte Idee die "gefundene" Furt mit Steinwarten zu markieren. Mach das bitte nicht. Erstens ist die gefundene Furt vielleicht morgen gar nicht mehr richtig und zweitens - was viel schlimmer ist - wenn der Fluss seine Laune aendert ist die Steinwarte moeglicherweise fast unsichtbar (halb umgekippt) im Wasser und stellt ein nettes Ueberraschungshindernis dar.
Du wirst vielleicht erstaunt sein dass man soviel Arbeit beim Furten hat. Normal begnadete Fahrer von Serienjeeps und vielleicht sogar von leicht modifizierten Gelaendewagen haben aber das Problem, dass ihre Fahrzeugklasse recht leicht Opfer von Fluessen in Island werden koennen. Fuer sie gilt: Man sollte
mindestens zu Fuss durch einen Fluss gehen koennen. Mindestens weil Fussgaenger durch Rinnen im Fluss und auf hohe Kanten am Ufer kommen, Autos ueberhaupt nicht.
susu hat geschrieben:
Irgendwo habe ich was von einem Sandschwemmgebiet gelesen in dem man leicht steckenbleiben kann.
Vermutlich hast Du etwas ueber das Sandschwemmgebiet vom Mælifellsandur gelesen, durch das die F210 fuehrt.
Du siehst dies sehr schoen auf dem Foto von Andi mit seinem Fahrrad.
Leicht steckenbleiben kann man dort jedoch nicht. Es sind allerdings schon Leute mit schwer beladenen Autos mit relativ schmalen Reifen dort steckengeblieben. Bei viel Wasser und weichen Grund fahre einfach gleichmaessig und ruhig ohne zu stoppen. Aber im Grunde wuerde ich mir diesbezueglich wirklich keine zu grossen Sorgen machen.
viel Spass
Leon