Danke für die Komplimente, ich weiss, dass es kein gutes Hochdeutsch ist, und zum Glück habe ich ein Wörterbuch dabei... Das wäre also eine wohltuende Übung, weil ich schon lange nicht mehr deutsch gesprochen habe...
http://isafold.de/kjalvegur07/img_hveravellir2.htm :
Ich habe vergessen zu sagen, dass ich erstens auch gedacht habe, an diesem Ort in der Zelt zü übernachten, obwhol die 40 Touristen schon herumspazierten. Aber dann habe ich bemerkt, dass es nur einige Meter höher Toiletten gab – recht am Bach ! So habe ich wieder gepackt, weil in verschieden Sprachen schwörend und murrend, und habe weitergezogen. Ich muss sagen, das ich schon lange (als ich noch in Frankreich die Karte Islands studierte) Hveravellir ausgemacht hatte, und das war für mich sozusagen mein wichtigster Ziel. Ich hatte zuviel darauf gewartet !
Schon dann, in 1974, habe ich in einem Gästebuch Bemerkungen gelesen (es stand auf deutsch), im Kurzen : « Ich komme schon einige Jahre nach Island, und jedes Jahr merke ich, wie die Orte sich verschlechtern, man musste doch sich darüber bekümmern... ». Wenn in aber das Foto anschaue, sehe ich keinen grossen Unterschied mit '74 : anscheinend hat man noch keinen 4-Sternen Hotel oder Disneyland hier aufgebaut, oder ?
http://isafold.de/kjalvegur07/img_hvitarnes.htm :
Ich war noch ca. 2 Tage von Gullfoss entfernt, als ich den befahrbaren Weg wiedergetroffen habe. Niemand herum, ich wandere und schaue auf den majestätischen Blàfell gerade vorne. Es ist schon der 7. Tag meiner Fussexpedition, und der Rucksack ist schon angenehm leichter, da kommt mir plötzlich ein Landrover entgegen, der Fahrer sieht mich an, als ich ein Ausserirdische wäre, zögert, dann bremst und stoppt einige Meter weiter. Ich komme näher :
- Where are you going ?
- Gullfoss.
- I'm driving to Geysir in two hours. Come on !
- Well, if you don't mind, I'll go on walking, then you pick me up on the way in two hours (ich denke : wenn er zurückkommt, dann versuche ich, mich zu verstecken, um ruhig zu sein...)
- No, no, get inside right now !
Ich zögere. Die Idee war doch, von Maelifell nach Gullfoss (oder weiter) alles zu Fuss gemacht haben... Doch is das Wetter jetzt nicht sehr gemütlich, starker Wind, Regen möglich... Der Kerl sieht ziemlich sympatisch aus, ein Rothaariger mit Mütze an, 3 Tage nicht rasiert... nach 120 Km zu Fuss steige ich also - nicht ganz freiwillig - in den Wagen.
Mein Chauffeur hört meine Geschichte an und kann nämlich nicht verstehen, dass ich so lange gegangen bin, ohne dass ein Wagen mich mitgenommen hat ! Ich versuche, ihm zu erklären, dass ich zum Spass spaziere... Auf dem Boden des Wagens rollt eine halbe Dutzend Flaschen, mehr oder weniger leer, weil wir zum Hvitarvatn zurückfahren. Vor der Hütte steigt er aus, und gibt mir bekannt, dass er jetzt etwas schlafen wird !
Also bleibt mir nichts anders zu tun, als warten und alte isländische Zeitungen zu « lesen » (verstehe doch kaum ein Wort), und auch das Gästebuch. Hier hat anscheinlich eine fröhliche Bande Amerikaner, Isländer – sogar ein Mexikaner war dabei – die Zeit verbracht ! Auch eine Amerikanerin protestiert heftig, das sie um 3 Uhr morgens aus der Hütte weggeworfen wurde, als Isländer gekommen sind und haben gesagt, dass die Touring Club Mitglieder Priorität hatten...
Um 11 Uhr wacht mein Pilot auf, und wir fahren wieder 3 oder 400 Meter, dann biegt er aus der Piste und beginnt, durch Sand zu fahren : weiter steht ein anderer Landrover und eine Gruppe Menschen auf Pferden (auch eine Frau und Kinder, alle reitend), sie grüssen einander : es sind Hirte, sir begleiten ihre Schafeherde. Diskussionen auf isländisch, die Flaschen, die noch nicht leer sind, zirkulieren, ich bin auch dabei eingeladen. Alle eingemummt, Kapuze auf dem Kopf, es ist jetzt richtig kalt und windig, Staubwolken steigen von der Wüste auf. Stehenbleiben kann man kaum, die Poneys packen sich resigniert miteinander. Dann fahren wir weiter, finden eine andere Gruppe, Diskussion, Flaschen, usw. Jesdesmal schauen mir dir Leute an, fragen dem Rothaarigen kurz etwas, dann eine Kopfbewegung, und das ist es.
Den ganzen Tag haben wir so herumgeirrt, zwischen Schafen, Hirten, Flaschen, Wind und Staub, der manchmal die Silhouette des Blàfells versteckte. Mal nehmen wir noch drei blökende Lamme am Bord an, um sie einige Kilometer weiter wieder auszuladen. Mein Fahrer hat keine Wagenantenne, so lehrt er mir, als lebende Antenne zu dienen, nur muss man den Draht unter der Zunge behalten, ist doch leicht, und so können wir dem isländischen Wetterbericht zuhören (es dauert lange...)
Endlich um 5 Uhr nehmen wir zwei Kerle am Bord, und los ! Dem Blàfell entlang, zwei-drei ziemlich neue Brücke, aber auch Furten, nicht so leicht, sogar für einen Landrover (habe auch bemerkt, dass es es gar kein Landrover war, sondern ein Austin Gipsy) : Wasser beginnt schon, zwischen unseren Füssen zu fliessen... Dann fährt man zwischen Stein und Sand runten, und um 6 Uhr abends werde ich am Gullfoss entlassen : acht Stunden habe ich also gebraucht, um diese 45 Km vollzuenden ! Doch war es eine Erfahrung.