Hallo Sonja
wenn Du schon 9 mal in Island warst und auch insbesondere im Fruehjahr ist es sehr wahrscheinlich dass Du irgendwann Wetter erlebt hast das dem typischen Wetter im September aehnelt: Ziemlich kuehl, ab und zu Sonne, meistens bewoelkt, Regen ist staerker und ausdauernder als gewoehnlicherweise im Sommer und auch der Wind schlaegt von der Staerke wie schon geschrieben in Bereiche die im Sommer seltener vorkommen. September ist meiner Meinung nach kein "guter" Reisemonat. Weder Sommer noch richtiger Herbst - der Herbst kann sich naemlich auch Zeit lassen aber wenn Du Ende September reist ist die Wahrscheinlichkeit gross die Faerbung zu sehen. Oft halten sich die gefaerbten Blaetter nicht sehr lange: Es gibt erste richtig kalte Naechte, die Blaetter verfaerben sich, dann kommt ein heftiger Sturm und die Buesche und "Baeume" sind kahl. Das wars dann. Herbst in zwei Wochen.

Topziele fuer Herbstfaerbung sind (beachte dass grosse Entfernungen dazwischen liegen und die Herbstfaerbung unterschiedlich sein kann):
Þingvellir, Húsafell (bereits genannt, dort gibts u.a. Hraunfossar), Þorsmörk (brilliant, wenn es der richtige Zeitpunkt ist und kein Aschesturm herrscht), Glýmur (brilliant, im Hvalfjord), Gjáin (brilliant) Strasse 327, biegt von der 32 ab) und in Snæfellsnes das wenig bekannte Barnaborgarhraun an der 54.
Im September finden auch die Schafabtriebe aus dem Hochland statt. Ein grosses Spektakel, am Schluss werden alle Schafe nach und nach in einen runden Schafspferch getrieben und von dort aus in angrenzende kleinere Bereiche sortiert. Das ist ein unvergessliches Erlebnis und eine Mischung aus Party, Besaeufnis, Schafsrodeo, Heiratsmarkt, Chaos und Machogehabe. Wer will kann als Tourist sich ins Getuemmel stuerzen und "helfen". Macht Spass mal ein Schaf zwischen den Beinen zu haben

Im Norden passiert aehnliches auch mit Pferden. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das nicht spaeter Anfang Oktober geschieht.
Beide Veranstaltungen sind nichts fuer Tierliebhaber. Es geht rauh zu und fuer die Laemmer sind die Stunden ihres Lebens gezaehlt. Entweder sofort oder Tage spaeter gehts fuer sie ins Schlachthaus. Gleiches gilt fuer die meisten Fohlen der Pferde - nur sehr wenige Fohlen, die einen guten Vater und Mutter haben ueberleben.
Und wie ist das nun mit dem Auto? 4x4 lohnt sich weil viele Hochlandstrassen noch offen sind und z.B. Thorsmoerk ist eben nur mit 4x4 erreichbar. Fuer die Ringstrasse hingegen - wie bereits von den anderen gesagt - genuegt auch im Norden ein normaler PKW ohne Allrad.
Die Sache mit den Anzeigentafeln teile ich nicht. Im September ist es leider recht haeufig, dass neben der Windgeschwindigkeit die rote Zahl mit den Windboen angezeigt wird. Also z.B. "15 Meter pro Sekunde Wind, 25 Meter pro Sekunde Boen". Niemand faehrt deswegen dann nicht weiter - die Geschwindigkeit muss einfach dem Autotyp entsprechend runter. Bei den Angaben oben wuerde ich z.B. fuer einen Skoda Octavia auf 60 km/h runtergehen, weil 15 Meter zwar nicht sehr viel ist aber 25 Meter einen heftigen Schlag bedeuten kann. Der Trick dabei ist, wenn man von einer heftigen Boe erwischt wird zu bremsen, die Fahrbahnmitte (keine Seite!) als Ziel zu verfolgen und auf keinen Fall zu stark gegenlenken. Viele Autos kommen ins Schleudern wenn die Boe ploetzlich nachlaesst und fast ein Vakuum herrscht. So kann man kurioserweise von rechts von der Fahrbahn abkommen obwohl die Boe auch von rechts kam. Die Beschreibung zeigt dass es schwierig wird Wind zu beherrschen wenn Gegenverkehr kommt oder ein Hintermann draengelt. Hintermann daher vorbeilassen und bei Gegenverkehr noch mehr runter mit der Geschwindigkeit (insbesondere bei Bussen und LKW wegen dem Windschatten). Richtig heftig wird es uebrigens erst im Winter: Schlimmste je gefahrene Situation: 35 m/s Wind und 40 m/s Windboen. Also keine Panik im September.

Und Polarlichter? Rein subjektiv: Ziemlich unwahrscheinlich, leider.
viele Gruesse
Leon