Karten sind sicher eine gute Hilfe, das Problem ist, dass scheinbar alles, was dort eingezeichnet ist, generell als offiziell abgesegnete und damit befahrbare Strecke betrachtet wird. Hier ist man gewohnt, dass alles per Verbotsschild untersagt wird, was irgendwie scheitern könnte. Ich betrachte die Karten als Hilfe und nutze wenn möglich mehrere Quellen. Da gibt es oft erstaunliche Unterschiede, manchmal hat keine der Quellen etwas mit der Realität zu tun. Wie Chevy schon sagte, ob eingezeichnet oder nicht, wer da blind reinfährt hat eben Pech. Niemand bricht sich einen ab, wenn er eine Tour abbricht und umkehrt, weil es zu heftig wird, das ist manchmal schwieriger als sich in den Schlamassel zu reiten.
Kommt man jetzt in eine Gegend, in der eben nicht jedes Problem mit einer Warnung versehen ist, kann sowas passieren. Hinzu kommt, dass wir ob mit oder ohne GW versuchen, im Urlaub irgendwelche Grenzen auszuloten. Das trifft auf Bergsteiger, Segler, Skifahrer, Gletscherwanderer und scheinbar besonders auf GW Fahrer zu. Es ist immer ein Mix aus Ahnungslosigkeit, Gottvertrauen, Abenteuerlust......und eben manchmal auch etwas Pech, die so etwas scheitern lässt. In die Presse schaffen es nur die 4x4er, da es meist spektakuläre Bergungsaktionen sind. Eine Zu Fuss Gletscherpanne muss schon mit Todesfällen enden, um ähnliche Aufmerksamkeit zu bekommen.
Von dem speziellen Fall habe ich auch gehört, es scheint ein Notorischer Depp gewesen zu sein, das war wohl nicht sein erster "Totalverlust", insofern eher untypisch, genau weiss ich es allerdings nicht. Island zieht einfach auch ganz bewusst eine etwas abenteuerlustigere Clientel an als andere Urlaubsziele, deshalb passiert sowas schon recht regelmässig.
Es gibt trotz Offroadfahrverbotes genug schwierige bis zeitweise unfahrbare Strecken, ich gehe davon aus, dass sich die Mehrheit an das Verbot hält. Man braucht Erfahrung und taugliche Ausrüstung ob es ausreichend war, weiss man erst hinterher. Mit der Risikoeinschätzug kann man auch mal schief liegen, nur wenn etwas nicht funktioniert kann man etwas lernen. Aus der warmen Stube so etwas beurteilen zu wollen, maße ich mir nicht an, ich gehe davon aus, dass sich jeder, der sowas versucht, genau abwägt, ob es klappen kann oder nicht. Wer trotz negativer Einschätzung rein fährt, ist tatsächlich ein Depp, aber prinzipiell habe ich ein gewisses Verständnis für derartigen "Forscherdrang". Dass da schon mal was schiefgehen kann, ist eigentlich logisch. Auch dieses Forum trägt evtl. dazu bei, Leute auf Ideen zu bringen, die sie dann in Schwierigkeiten bringen.
Erfahrungen sammelt man eben nicht durch Büchér sondern durch Pleiten, da lernt man am meisten.
Andererseits fördern solche Vorfälle natürlich die allgemeinen Vorurteile gegen 4x4 Fahrer, unter denen es wie unter den Anglern, Radfahrern und Wanderern solche und solche gibt. Und wenn man ehrlich ist , sind wir ja auch alle ein wenig schadenfroh, es ist halt einfach zu sagen, "oh Mann, was für ein Idiot, wie kann man nur ?". Dazu kann ich nur sagen, am Montag weiss ich die Lottozahlen auch, wäre es gut gegangen, hätte es niemanden interessiert. Wir sind auch dort durch, sind aufgrund eines Schadens an einem der Fahrzeuge aber später umgekehrt, hatten also zweimal das Vergnügen
Gruss Ralf