Ach, war das eine anstrengende Frühschicht. Zumindest für die Putzmädels. Gestern kamen doch noch Gäste und die hatten allesamt Sitzfleisch heute Morgen, hatten einen entspannten Tag vor sich. Mir ist egal, ob ich das Frühstück um 10 Uhr oder um 12 Uhr abräume, ich habe eh bis 15 Uhr Dienst

. Aber für die Mädels war es dann doch schon anstrengend zwei Stunden lang so gar nichts zu tun und zu warten. Wer hätte das gedacht. Für mich hingegen ergab sich so mancher Plausch, schnatter hier, schnatter da. Schon gestern Abend hatte der eine Isländer keine Lust ins Bett zu gehen, leistete mir Gesellschaft und wir kamen von Hölzchen auf Stöckchen, sprachen über die Krise in Island, das Wahlergebnis in Reykjavík, die Energiegewinnung in Island, die Wut auf die Briten und den Vulkan. Was man halt so erzählt.
Im Winter hat man noch viiiiel mehr Zeit für solche längeren Gespräche mit den Gästen. Womit wir beim Thema wären: Wir suchen einen Überwinterer. Jaja, die Hochsaison hat noch nicht begonnen und wir denken schon an die Zeit ab Oktober. Ausschlaggebend waren Bewerbungen die uns erreichten, ausnahmslos aus Osteuropa.
Was macht man hier im Winter, einer Zeit, die arbeitsmäßig so vollkommen anders ist als die Hochsaison? Der Winter ist anders stressig, denn den Arbeitsttag und den Arbeittstakt geben die Gäste vor. Ich hatte in meinem
damaligen Bericht ja ab und dazu darüber geschrieben. Herbst und Winter sind dazu da, alles mal wieder gründlichst zu reinigen und wenn Gäste da sind, hat der Überwinterer alle Arbeiten zu machen, die da anstehen: Rezeption, Kellnern, Küche, Zimmer, Wäsche. Dazu überhaupt und immer die gesamte englischsprachige Buchungskorrespondenz.
Hier wird jemand gesucht, der in der Lage ist, selbständig zu arbeiten, der Arbeit sieht, der fleißig und zuverlässig ist. Erfahrungen im Service sollten möglichst vorhanden sein. Gerne würde Gísli sicher auch einen männlichen Helfer sehen, der hier und da mit anpackt, aber die überwiegende Mehrheit der Aufgaben liegt im „Haushalts“- und Servicebereich.
Der Winter ist lang und dunkel und ohne Schnee (zumindest im Sueden).Ohne Auto ist man hier völlig aufgeschmissen. Die wenigen Stunden, in denen die Sonne scheint, muss man in der Regel arbeiten. Eine offizielle Frei-Regelung gibt es nicht. Wenn Gäste da sind, gibt es irgendwie kein Frei. Der Tag kann um 7 Uhr beginnen und um 23 Uhr enden, mit einigen Stunden frei zwischendrin. Das kann hart sein, auch wenn die Arbeit insgesamt gar nicht hart ist. Die vielen Kontakte zu den Gästen machen unheimlich Spaß und bereichern. Aber dazu muss man Menschen mögen und offen sein, offen auf andere zugehen.
Die Unterbringung erfolgt im Farmhaus in einem Zimmer, das im Sommer an Gäste vermietet wird, mit eigenem Bad. Essen und Unterkunft sind frei, die Bezahlung ist in Ordnung (nähere Angaben bei ernsthaftem Interesse via pn) und wird um so besser, je schwächer der Euro wird.
Es ist absolut ratsam, isländisch lernen zu wollen, denn sonst wirds recht schnell einsilbig. Kurse werden hier nicht angeboten. Bei Eymundson in Rvk haben sie aber das Paket „Learning Icelandic“ mit Lehrbuch, Grammatik und CD für knapp 6.000 isk, was ganz hilfreich ist. Ein Wörterbuch Dt-Isl / Isl-Dt ist hier vorhanden. Ein farbenfrohes Bügeleisen sollte man sich mitbringen, denn das macht so mache Arbeit leichter (siehe
hier, Beitrag 4)

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Auf Grund der Erfahrungen in Sachen Zuverlässigkeit, Arbeitserfahrung und Heimweh wird lieber jemand ab Mitte 20 gesucht. Allerdings sind es evt. die eher jüngeren die weniger ein Problem mit dem Gefühl der Fremdbestimmung haben. Fremdbestimmung im Sinne von: Man kann überhaupt nichts planen – die Gäste, die kommen oder nicht kommen, geben den Plan/Takt vor. So manches Mal wurde ein freier Vormittag noch abends um 22 Uhr durch erscheinende Gäste „vereitelt“. Auf Dauer ist das in der Kombination mit dem wenigen Licht nicht immer leicht zu ertragen

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Arbeitsbeginn könnte Mitte August oder auch September sein. Ich werde wohl im September noch einmal im Hotel sein und dann auch die Einarbeitung übernehmen. Ansonsten geht der Winter bis Mai. Gerne kann auch die anschließende Sommersaison mitgenommen werden.
Falls es weitere Fragen gibt, meldet euch
per pn (und nur per pn!) bei mir. Ansonsten können Bewerbungen in Englisch und mit Foto per E-Mail auch direkt ans Hotel geschrieben werden. Schreibt ein wenig über euch, über eure Erfahrung in den genannten Arbeitsbereichen und warum ihr in Island arbeiten wollt. Wer noch nie hier war, dem würde ich davon abraten. Nicht über Winter.
Alles klar

. Ich bin gespannt.