Seit Anfang Mai arbeite ich im Hótel Geirland, das auf der Farm Geirland gelegen ist, nahe dem einfach auszusprechenden Kirkjubæjarklaustur (in einigen Kreisen der Einfachheit halber auch Dingsbumskirchen genannt). Nach meinem Abstecher Ende September/Anfang Oktober nach Deutschland bin ich nun wieder vor Ort ... und ja, ich bleibe den ganzen Winter! Aber dass Geirland mitten im Nirgendwo liegt ist nur die Meinung einer Vielzahl unserer Gäste

In unzähligen Gesprächen mit Gästen in den vergangenen Monaten tauchten ganz oft immer wieder die selben Fragen auf:
Was verschlägt Sie nach Island?
Ach, Sie mögen keine Pferde? Was machen Sie dann auf Island?
Warum ausgerechnet Geirland, hier ist doch rundherum gar nichts?
Was, Sie wollen den ganzen Winter hier bleiben? Was macht man hier im Winter, hier ist doch nichts?
Die Antworten waren ebenfalls immer die selben:
Ich hatte zuletzt einen ganz stressigen Kopf-Job in Deutschland, war ausgebrannt, brauchte eine Auszeit. Und da ich durch meine bisherigen Islandreisen und einen längeren Aufenthalt in 2006 wusste, wie gut es mir hier geht, dass ich hier zu Ruhe und wieder zu mir selbst finden kann, kam kein anderes Land in Frage. Dass es der Job im Hotel wurde, lag an der Krise und der Tatsache, dass in dieser Branche nach wie vor Leute gesucht wurden.
Nein, die Pferde ziehen mich tatsächlich nicht nach Island. Wir haben hier auch ein paar Pferde, aber es genügt mir völlig, sie ab und an aus der Ferne zu beobachten. Vielleicht werde ich es diesen Winter schaffen, mich mal drauf zu setzen, aber das ist dann auch alles. Was mich hierherzieht, ist diese unglaubliche Landschaft, hier wo alles noch im Werden ist bzw. wo man das Werden der Erde sieht und spürt, wo nur selten ein Baum den Blick in die Ferne versperrt, wo diese unglaubliche Weite herrscht, wo man spürt, wie klein der Mensch ist, wo man plötzlich erfährt, was wirklich wichtig ist im Leben. Hier, wo man sich wunderbar erden kann.
Wenn ein Hoteljob, dann an der Südküste oder in der Myvatn-Region. Etwas anderes kam für mich nicht in Frage, denn schließlich will ich auch etwas unternehmen, wenn ich hier bin. Geirland entdeckte ich auf meiner Inselumrundung im November 2008 und es schien von der Lage und der Größe her perfekt. Dass ich auch noch unglaublich liebenswerte Chefs bekommen habe, kam als großes Plus im Nachhinein dazu.
Was den Winter angeht, bin ich genauso gespannt, wie alle anderen auch

Monique