ich würde gerne hier meinen Islandurlaub 2009/2010 niederschreiben, da ich, als ich mich kundig über "Urlaub in Island zu Silvester" machte, nichts gefunden habe.
Kurze Vorstellung: Wir sind aus Deutschland, leben aber seid 6 Jahren (vorübergehend) in verschiedenen europäischen Ländern. So hatte ich keine guten Möglichkeiten mal eben in ein Reisebüro oder in den Buchhandel zu gehen und mir Informationen über Island zu besorgen. Wir sind Eltern von einem 15jährigen Jungen. Meine Bericht ist also immer auf Hinblick mit einem heranwachsenden Jungen.
Es fing damit an, das wir aus Spanien unseren Weihnachtsurlaub planen wollten. Nachdem die liebe Familie besucht wurde und man sich nach langer Zeit mal wieder gesehen hat, wollten wir nicht direkt wieder zurück nach Madrid fliegen oder wie die Jahre zuvor nach Hamburg zum Silversterfest auf den Landungsbrücken (was auch sehr schön ist).
Meinem Mann und mir schwebten schon seid Jahren die Nordlichter durch den Kopf, da wir nun in einer sehr warmen Gegend wohnen, habe ich mich überreden lassen doch mal in die nördlichen Gegenden mich zu begeben. Ich muß auch noch dazu sagen, mein Mann ist an der dänischen Grenze groß geworden und wir einige Male in Dänemark unterwegs waren, nie zum Urlaub, daß hatte mein Mann zur genüge in seiner Kindheit gemacht, auf die Idee brauchte ich also nicht zu kommen. Tagestrips ja, Urlaub nein!!!
Also buchte ich im September 3 Flüge nach Island und ein App. für 3 Personen im Dez. Flüge am 28.12 bis zum 04.01.2010. Also 7 Tage Island mit Mietwagen.
Durch den Wintereinbruch in Europa sind wir dann mit etwas Verspätung doch noch in Berlin gestartet und sind um 02.30 Uhr in Keflavik gelandet. Der Mietwagenschalter war GsD noch offen

Was mir die ganze Zeit rechte Sorgen gemacht hat, war das Wetter, wie wird es??? Schneit es ohne ende, wie kalt ist es, wie stürmt es usw. Nun ja wir hatten riesen großes Glück glaube ich. In der Ankunftsnacht schneite es und ab dem ersten Tag hatten wir unglaubliches Wetter. Klarer Himmel und Sonne pur aber windig und bitter kalt. Es war wirklich klasse, wir wandten die ganze Zeit die Zwiebeltechnik an, im Auto alle Klamotten aus, für draußen alle Klamotten an.
Da es ja auch unser Urlaub war, haben wir es ruhig angehen lassen und mit dem Mietwagen ist man ja GsD sehr unabhängig

Am ersten Tag haben wir dann Reykjavik unsicher gemacht, ab dem 2. Tag ging es dann mit dem Auto los. Natürlich ging es erstmal zum Geysir dann zum Wasserfall. Dadruch das es Dezember war, war es auch nicht soooo voll an dem Punkt und wir konnten den Geysir in vollen Zügen genießen. Auch den Wasserfall Gullfoss konnten wir in vollen Zügen genießen. Durch die anhaltende Kälte war er auch teilweise schon eingefrohren. Das gab tolle Fotos. Ca. um 16.30 begann die Abenddämmerung so machten wir uns dann langsam auf den Weg zurück, da der Weg zurück ca. 1.20 Stunde dauerte. Die Verbindungsstraße nach Pingvellir war gesprerrt.

Gemütlich zurück im App. bei einer Tasse Tee besprachen wir den nächsten Tag. Dieser Tag war der Silverstertag und ich hatte vorsorglich einen Tisch für uns im Hotel Hilton Nordic gebucht. Das hieß für uns nur einen kl. Ausflug um rechtzeitig zurück zu sein und Silverster zu genießen.
Am 3 Tag nahmen wir uns vor etwas früher aufzustehen (klappte leider nicht


Die Isländer fingen mit dem Silvester feiern schon zu Tagslichtzeiten an. Jedenfalls als wir dort waren.
Nun machten wir uns fertig für das große Spektakel und wanderten zu unserem gebuchten Tisch im Hotel. Es war ein unglaubliches Erlebnis, in diesem Restaurent fügte sich alles.
Man hat richtig gemerkt, das die Kellner uns gerne die von ihrem Koch zubereiteten Gerichte präsentieren und haben sich sehr über die Kompliemente gefreut. Ich kann nur von dem Restaurant berichten, es war klasse (klar der Preis pro Silvestermenü auch). Am Nebentisch saßen auch Deutsche die für das Bistro einen Tisch bestellt hatten. Ich traf sie am nächsten Tag in Pingvellir und fragte nach derem Essen im Bistro. Das war wohl nicht soooooo erbaulich, sie waren sehr enttäuscht. Evtl. den Fehler gemach und darauf bestanden im Bistro zu essen, statt im Restaurant. Sie hätten im Restaurant das Bistoessen bestellen können, das Angebot stammte vom Kellner !!!!! Nunja wir hatten ein klasse Essen und wirklich sehr sehr liebe Kellner, die für Fragen immer offen waren und auch mal ein Späßchen machten.

Zur Silvesterzeit gingen wir dann gemütlich zurück in die Stadt direkt zum Hafen. Zu unserem Unglück war durch die andauernde Knallerei der Himmel von Reykjavik schon sehr dunstig.
Einige Raketen konnten wir noch gut sehen. Nach 00.00 Uhr sind wir dann noch gemütlich durch die feiernde Stadt zum großen See gelaufen und konnten auch dort noch viele schöne Raketen genießen.Um 03.00 Uhr war für uns dann doch langsam Sense und wir gingen gemütlich durch die immer noch feiernde Stadt zurück zu unserem App.
Wie schon erwähnt, ging es am nächsten Tag nach Pingwellir. Der Weg dorthin war natürlich auch wieder beeindruckend und unglaublich. In Pingwellir herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Die kann man nicht beschreiben. Man muß sie erleben. Besonders im Winter, durch die schneebedeckten Berge ringsherum und die flache Ebene.
Da der 1. Jannuar war und ich mir dachte auch heute werde die meisten Restaurants nicht offen haben, hatte ich einen Tisch im Perlan gebucht. Vom Standart her war es dem Restaurante vom Vortag ebenbürtig. Die Aussicht ist grandios, es dauert ca. 2,5 Stunden um einmal sich komplett zu drehen und am Ausgangspunkt anzukommen. Das Essen war erstklassig und gleichpreisig zum vorherigen Tag. Eine Ausnahme gab es allerdings........ Der Service!!!! Die Kellner im Perlan machen nur ihren Job, im Hilton Nordic ist es mehr als ihr Job. Die Kellner Perlan stellten uns immer nur den Teller vor die Nase und verschwanden. Das Menü war grandios , wirklich sehr lecker aber der Service könnte noch eine oder mehrer Schulungen gebrauchen. Wir hatten immer andere Kellner, bei jedem Gericht und nur der erste erklärte uns was auf unserem Teller war. Danach konnten wir selber raten.
Wir haben die Sicht genossen und das feiern des neuen Jahres, da die Isländer noch immer Feuerwerk in die Luft schossen. Wahnsinn!!!!!!!!
Nun hatten wir nur noch 2 Punkte auf unserer Liste die Blaue Lagune und Nordlichter!!!!!!!!!!
Für die Nordlichter sind wir nach dem Essen im Perlan wieder ins Auto und in die Berge Richtung Norden Pingvellir gefahren. Im Internet wurde klarer Sonnenschein für die Nacht vorhergesagt, also die besten Vorraussetzungen dachten wir!!!!

Tja was haben wir nicht bedacht????? Wir hatten Vollmond!!!!!! Und verdammt, in den Bergen mit Schnee bedeckt, ist es verdammt hell!!!!!!!! Nun war unsere Sohn auch dabei und wollte aber auch unbedingt sein spannendes Buch lesen und die Nordlichter sehen, also sind wir als Taschenlampe getarnt (Deckenleuchte vom Auto) durch die Berge gefahren.
Auf dem Weg nach Pingvellir sind mehrere große Parkbuchten in denen nun alle Ausflugsbusse mit ihren Passagieren standen und auf Nordlichter warteten. Wir fuhren zu einem Parkplatz der nicht so von Bussen überfüllt war, sondern nur von 1-2 Autos besucht wurde. Ich muß dazu schreiben, daß wir die Stadt um ca. 10.30 Uhr verlassen haben und um 11.oo Uhr in den Bergen waren. Wir hatten also genug Zeit um uns den besten Platz, für Nordlichter suchen, auszusuchen.
Wir hatten, wie geschrieben, uns gerade einen Parkplatz ausgesucht, als schon die Busse an uns vorbeischossen, wirklich schossen. Nun wir warteten und warteten und ärgerten uns über den Vollmond. Der Straßenbetrieb nahm beträchtlich zu, alle in der Hoffnung auf Nordlichter. Die Straße war am Tage nicht so betriebsam wie in der Nacht und den Nächten danach. Wir warteten bis ca. 2.30 dann wurden wir doch langsam müde und gaben auf. Dieser verflixte Vollmond!!!

Nun ja am Tag darauf wieder erst um 10.30 unterweg fuhren wir Richtung Sellfoss, einfach um die Gegend zu sehen und genießen abends wollten wir in die blaue Lagune und unter dem Sternenhimmel schwimmen und evt. Nordlichter sehen. So war der Plan!!!
Die blaue Lagune war toll, einmalig; für Brillenträger nicht ganz so optimal jedenfalls nicht bei -15 Grad Außentemperatur. Mein Mann schwamm teilweise blind durch die Gegend, weil die Brille immer wieder beschlug. Nunja, Sohnemann und ich konnten den Sternenhimmel genießen zwischen dem Wasserdampf, mein GG nicht so richtig

Da die blaue Lagune natürlich auch hell erleuchtet ist, konnten wir auch dort keine Nordlichter sehen. Da wir außerhalb der Saison waren, war es richtig schön leer und wir konnten es richtig genießen, schwimmen und uns einfach auf dem Wasser treiben lassen und in den Sternenhimmel schauen. Die blaue Lagunge schließt um 20.00 für Neuankömmlinge, die die im Bad sind können noch bleiben bis 21.00 Uhr. Da wir schon 3 Stunden im heißen Wasser waren, packten wir unsere sieben Sachen und fuhren Richtung Heimat, unterwegs machten wir noch halt für eine Pizza und dann ging es zum Nordlichter jagen, wieder in die Berge. Wieder freier Himmel und nur noch fast Vollmond, aber es hat gereicht alles hell erstrahlen zu lassen!





Auch in dieser Nacht also keine Nordlichter und so fuhren wir wieder unverrichteter Dinge nach Hause. Wir planten nun unseren letzten Tag in Island, denn am nächsten Tag ging es wieder Richtung Berlin und dann Madrid.
Da wir aus Gesprächen im Flugzeug auf dem Hinweg Unterhaltungen geführt haben mit Isländer die uns Tipps gaben, planten wir unseren letzten Tag als Autofahrt. Wir besuchten das Gebiet in dem es am wärmsten auf Island ist (lt. einigen Isländern) Das Anbaugebiet von Gemüse und Obst. Und es stimmte, von schneebedeckten Bergen in ein grünes Gefilde. Der Kontrast war enorm. Natürlich standen überall viele viele Gewächshäuser, die den ganzen Tag und die ganze Nacht hell erleuchtet waren.Es war wie in einer komplett anderen Welt. Etwas ist uns auf all unseren Fahrten aufgefallen, es dampfte überall aus dem Boden. Nun ja nicht überall, aber wo wir auch hinschauten es war immer ein Bereich im Blickfeld wo es aus dem Boden dampfte. (klar einige werden jetzt denken, ist doch logisch usw. ich will ja auch nur meine Empfindungen darlegen) Es war eine wunderbare Autofahrt zum Ende unseres Urlaubes leider bisher ohne Nordlichter




Mein lieber GG hatte unterdessen einige Informationsbättchen, die aus dem Touristenbüro mit bekommen habe, durchgelesen und auf einem der Infokarten war ein Punkt eingezeichnet, wo sehr oft Nordlichter gesichtet wurden. Also unsere letzte Chance. Nach dem Restaurantbesuch hüpften wir wieder in unser Auto, diesmal wieder mit Sohn und Buch, aber ohne die leuchtende Deckenleuchte, da die Straße nach Keflavik voll beleuchtet war. Denn es führte uns an die Westpunkt nach Sandgeroi. An den Leuchtturm!!!
Und ob man es glaubt oder nicht, auch dieser Leuchtturm wurde bestrahlt, nein nicht vom Vollmond, der war zum dreiviertel Mond geschrumpft, nein er wurde von einem starken Flutlicht angestrahlt. Die Bewohner von Island sind unglaublich liebe und hilfsbereite und freundliche Menschen, aber das mit dem bestrahlen von Gebäuden und Gegenständen ist unglaublich. Ich kann es ja verstehen, es ist kurzes Tageslicht, aber dem schlägt alles die Krone aus. Es werden sogar Steine angestrahlt, die mitten im Feld liegen, also auch die Gefahr durch heran rollende Autos besteht nicht.
Wir stellten also unser Auto auf dem hell erleuchteten Parkplatz vor dem Leuchtturm ab und stiefelten zum Leuchtturm. Schon völlig frustriert, wieder keine Nordlichter zu erspähen.
Am Leuchtturm stellten wir dann fest, das ein Pfad um den Leuchtturm führt und dieser ist nicht beleuchtet!!!!!!!!!






Wir stellten uns also windgeschützt hin und warteten........... nach einer viertelstunde wurde es uns doch dann zu kalt und wir trabten frierend zurück zu Auto. Also Motor an und Heizung an, schließlich waren es -8 Grad mit einer steiffen Briese. Sohnemann vergrub sich wieder in sein Buch und schaute nur alle Minute mal aus dem Fester. Wir beide schauten völlig gespannt aus dem Frontfester und Sohnemann aus dem Seitenfenster. Und plötzlich sagte er völlig ruhig, "hmmmm könnte das da ein Nordlicht sein???????????? Sieht einbischen grün aus" (Ach ja zur Info, wir hatten vorher im Internet gesucht, ob heute ein guter Tag für Nordlichter wäre. Ein Mensch aus Alaska schrieb das die Sonnenaktivität sehr gering sein auf der Skala von 1-9, war die Sonnenaktivität auf Stufe 2 eingetacktet



Doch tatsächlich es war der Anfang vom Nordlicht. Wir schauten ganz gespannt hinauf und konnten es gar nicht fassen und ich vergass fast meinen Fotoapparat zu holen. Endlich hatte ich ihn auf dem Stativ und dann ging es los. Wir hätten noch stundenlang dort stehen können und dem leuchten zusehen können, aber nach 3 Stunden wird einem dann doch wirklich kalt. So fuhren wir dann zurück und waren überglücklich fast alle Punkte gesehen zu haben.
Zum Abschluß kann ich für uns sagen, es war wunderschön auf Island, wer Dänemark und Schweden und Norwegen mag, wird Island lieben!!!!!!!!!!! Es ist ursprünglicher und rauer, ungeschliffener, was den Reiz erst ausmacht. Für uns waren 6 Tage erstmal genug. Jedenfalls Reykjavik und Umgebung. Wir werden bestimmt im Frühjahr in den folgenden Jahren nach Island reisen um den Südosten zu erkunden, der soll auch noch mal einen anderen Reiz haben.
Wie in jedem Land gibt es viel positives und wenig negatives. Hier die kl. Seiten die uns aufgefallen sind. Es ist uns aufgefallen, das es durch den Schwefel fast immer unangenehm nach faulen Eiern gerochen hat, auch aus den Waschbecken und Toiletten und Duschen. Man gewöhnt sich auch daran und bald bekommt man es garnicht mehr mit. Die Geschäfte und Restaurants waren über Silvester und im neuen Jahr fast alle zu, also auch am 2. Januar. Viele Touristen die am Abend den 02.01. nach Haus geflogen sind, wollten noch etwas kaufen als Andenken aus Island, zum großen Teil standen sie vor verschlossenen Türen. Auch als wir am 04.01 abgeflogen sind, wollte ich noch etwas kaufen, viele Geschäfte hatten immer noch geschossen. Der große Indoormarkt am Hafen hatte auch zu, erst wieder geöffnet am 23/24 Januar, es standen mit uns viele ,ungläubig, vor verschlossenen Türen.
Die Restaurants waren durchweg von sehr guter Qualität. Das Essen war überall gut bis sehr gut. Auch gut bezahlbar, ich weiß nicht wie es vor der Islandpleite war. Auch in Supermärkten waren wir und auch dort gibt es gute Sachen zu kaufen und jeder im Supermarkt hilft gerne und alle sprechen wirklich gut englisch und übersetzen oder man probiert einfach, es könnte aber sein, das man dann Pferdefleisch auf seinem Teller hat und es nicht weiß. Gut, was man nicht weiß ........... usw.





So, dies war jetzt mein erster Reisebericht den ich geschrieben habe und ich entschuldige mich auch für evtl. Fehler oder langweilige Passagen. Aber man lernt ja nie aus
