die Tage habe ich die letzten Zeilen von "Die isländische Mafia" von Einar Kárason gelesen. Eine Familie erlebt Erfolge und Rückschläge. Alkohol, Gewalt, Vertrauen, Zuversicht, Zusammenhalt, Rumgezicke, hinfallen, aufstehen, mehr Schein als Sein, blenden, täuschen, immer nach vorne gucken. In der Familie gibt es z.B. ein Bankdirektor, der wegen Betruges im Gefängnis landet (das Buch ist aus dem Jahre 1994). Eine der Damen ist angesehenes Mitglied der konservativen Partei. Einer ist Pfarrer und kriegt nichts auf die Reihe und leitet irgendwann einen Kiosk. Der Vater des Schreiberlings gründet eine Fluggesellschaft, die innerländische Transporte anbietet/durchführt. Der andere Sohn macht in Heißluftballons. Alle machen immer irgendwie irgendwas. Mystik, "Heldentode", Elfen, Trolle, Landschaftsbeschreibungen, Poesie müssen draußen bleiben.
Gestern fing ich dann mit "Das Schiff" von Stefán Máni an. Auf dem Deckel prangt ein dicker Aufkleber: bester isländischer Krimi 2009. Ich lese eigentlich keine Krimis, aber die Geschichte fand ich nun doch zu interessant. (9 Leute auf einem Schiff Richtung Südamerika, jeder hat irgendwie Dreck am Stecken und keiner traut keinem... Piraten kommen wohl auch noch an Board... Der Motor fällt aus...) Die ersten 73 Seiten legen ein sehr hohes Tempo vor und: nichts für schwache Gemüter! Es ist schon einiges an Blut geflossen und man ist nicht unbedingt nett zu einander. Die Atmosphäre ist - wie erwartet - düster und beklemmend. Bin gespannt, ob das Buch das Tempo halten kann und ob ich mit Licht an schlafen muß. Dann lese ich jetzt mal weiter - so lange es noch hell ist.

Schönen Sonntag noch.
Sigrid