Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

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Südwind
Svartifoss-Fischer
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Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Südwind »

Hallo, bei der diesjährigen 2. Islandtour hatte ich mit meinem Rucksack der Marke Gregory /Shiatsa ziemlich katastrophale Probleme. Ein herausgebrochener Schultergurt und zerbrochener Hüftgurt, hätten fast ein Ende einer längeren Wandertour bedeutet, die gerade beginnen sollte. Liegt es nun an einer fehlerhaften Verarbeitung oder war der Rucksackschaden maßgeblich durch das Ein- und Ausladen nach einer Bootssfahrt verursacht worden.
Vorausging ging am 2. Tag nach meiner Ankunft in Island eine Bootsfahrt von Westtours in die Westfjorde von Isafjödur in die Bucht von Adalvik/Latrar, die fatale Folgen auf meinen Rucksack gehabt haben dürfte. Die Bootsleute scheinen beim Herausnehmen des Rucksackes aus dem Transportraum oder beim Herunterlassen auf das Schlauchbot meinen Rucksack völlig hirnlos d.h. an nur einem Schultergurt hochgehoben zu haben. Schon beim Einladen musste ich höflich darauf bitten, den Rucksack nur am Haltegurt zu nehmen, da er mit ca. 30 kg sehr schwer war und dieser entspechend sachgemäß zu transportieren ist. Aber bei der Bootaankunft war dann keine Kontrolle mehr möglich, da dass Schlauchboot mit unzähligem Gepäck zunächst voraus ging und dort wohl etwas rigide der Rucksack einseitig am Schultergurt hochgerissen wurde. Nach der Ankunft löste sich nach nur rund 30 Minuten Fußmarsch die untere Niet vom Schultergurt. Das Boot war schon längst weg und es machte keinen Sinn mehrere Tage zu warten um dies zu reklamieren. Zum Glück konnte ich den Schultergurt notdürftig an einer Schnalle am Hüftgurt befestigen, sodass wenigsten ein Tragen des schweren Rucksackes, wenn auch in einer etwas instabilen und oftmals schief hängenden Trageform möglich war. Am nächsten Tag der nächste Schreck, als beim Herumdrehen des Rucksackes plötzlich die innere Plastikschale am Hüftgurt zerbrach. Meine Rettung war dann, dass ich ein Paketklebeband dabei hatte, weil ich das noch vorher auf Dieters Ausrüstungseite (danke für den rettenden Klebebandtipp) gelesen hatte. Mithilfe des Klebebandes und einer Schnurr konnte ich nach wiederholtem Anlauf und Umwickeln die auseinadergebrochene Innenschale des Hüftgurtes einigermaßen zusammen halten. Zumindest konnte ich so meine Tour fortsetzen auch wenn das Tragen durch die geringe Belastbarkeit des Hüftgurtes sehr mühsam war und ich für die vorliegenden Touren deutlich längere Zeit benötigte. Immerhin hielt der zerbrochene Hüftgurt und der notdürftig bestetigte Schultergurt den langen Weg von Adlalvik/Latrar bis nach Drangeness bzw. ingesamt über 4 Wochen die sonst noch unterwegs war.

a)Nun meine Frage hat jemand von euch auch einen Rucksack von der Firma Gregory Modell Shiatsa und entsprechende un(gute) Erfahrungen gemacht? Von einem seriösen Verkäufer habe ich gehört, dass seit Gergory in Fernost herstellen lässt, es immer wieder zu Reklamationen über diesen Rucksack gekommen ist und dieser deshalb nicht mehr im Verkaufsprogramm angeboten wird. Mein Gregory Shiatsa ist nun gut 8 Jahre alt und ich habe in dieser Zeit viele Treckingtouren unternommen.
Negativ aufgefallen war mir beim Gregory bisher nur, dass sich bei einer längern Tour in den Anden bei diesem bereits im 1 Kaufjahr die innere Verschraubung löste und verloren ging.
Auch letztes Jahr war ich mit dem Rucksack in Island und vom Gewicht zum Anfang der Tour mit rund 30 kg beladen, wozu er auch zugelassen ist ohne größere Probleme unterwegs. Lediglich einige Nähte gingen dann auf, was aber kostenfrei von Gregory reapriert wurde und zumindest dieser Service doch schon sehr löblich ist.

b) Mein Ausrüstungsladen empfiehlt mir das Modell Bic Pack von der Firma Bach oder den Bach Capacity da diese stabil sind und sehr viel an Volumen haben, wie ich es auch brauche.
Hat jemand mit diesem Modell oder ähnlichem Modell schon empfehlendserte Erfahrungen gesammelt?

c) Für alle von Euch die bei längeren Touren mit schweren Gepäck von rund 27-32 Kg unterwegs sind,
seit ihr mit eurem Rucksack zufrieden und könnt ihr den empfehlen oder habt ihr auch schon vor größeren Problemen mit diesem Modell gestanden?

Über ein paar Rückmeldung würde ich mich freuen.
Viele Grüße
Guido/Südwind
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Dieter
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Dieter »

Hallo Guido,

ich habe benutze seit 9 Jahren eine Gregory Palisade. Meine Beladung ist immer 30+ kg. Beim Transport im Flieger wurde er durch die Loader mit Sicherheit nicht gerade zärtlich behandelt und die von Dir geschilderte Behandlung durch das Personal des Bootes sehe ich als normal an. Das muß der Rucksack wegstecken können. Daß trotzdem was kaputtgeht ist ärgerlich, aber nach 8 Jahren wirst wahrscheinlich Du keine Garantie mehr bekommen. Versuchen würde ich es - denn ein Gregory ist nicht irgendein Rucksack und in der Regel ist auf diese Marke Verlaß.
Ansonsten 8 Jahre alt und viel Touren gemacht, da darf man schon mal dran denken das alte Material zu ersetzen. Wirklich ärgerlich ist nur, wenn es einem gleich zu Beginn einer Tour verläßt und man in der Pamap sitzt.

Einziges Problem das ich bisher hate: die innnere Verschraubung hat sich, ebenfalls wie bei Dir, bisher 2 mal gelöst - habe sie aber nicht verloren. Blöde war nur, daß ich das ein paar Tage lang nicht gemerkt habe und ich mich nur wunderte, warum der Rucksack nicht richtig sitzt und der Ruckenmuskel zwickt, obwohl die Gurte gut eingestellt waren. OK - eine so flache Verschraubung, kann sich mal lösen, die muß man vor längeren Touren checken. In Zukunft werde ich sie mit Sekundenkleber sichern.

Hoffentlich war Deine Hornstrandir Tour trotzdem eine unvergessliches Erlebnis.

Dieter
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Blacky
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Blacky »

Das Anheben an einem Gurt muss ein Rucksack abkönnen. Das hat nichts mit "hirnlosem" Verhalten der Bootsbesatzung zu tun.
MartinB
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von MartinB »

Hallo Guido,
ich denke auch, dass ein guter Rucksack bei zulässiger Beladung das Anheben an einem Gurt abkönnen muß.

Für meine Frau haben wir voriges Jahr einen Rucksack für Gewichte bis 35 kg gekauft. Im engeren Kreis waren die entsprechenden Schwerlaster von Gregory, Osprey und Bach. Verarbeitungsmässig schienen die alle ausgesprochen gut zu sein. Neben den funktionalen Unterschieden (was für die Einen Schnickschnack ist, wird von Anderen als nützlich empfunden) war für uns die Unterschiedlichkeit bei der Konstruktion des Hüftgurts (Steifigkeit/Härte) erstaunlich, die (zumindestens bei meiner Frau) zu erkennbaren Unterschieden im Tragekomfort geführt haben - aber auch erst, nachdem der Rucksack dann auch wirklich mit 35 kg Testbeladen wurde und sie dann die Ladentreppe damit runtergehüpft ist. Die Tragesysteme aller drei Hersteller konnten gut auf den Rücken eingestellt werden. Ob Petra allerdings einen "Normrücken" hat oder die Systeme der drei Hersteller über weite Bereiche gut einstellbar sind, kann ich nicht sagen.

Für eine eigene Aussage über die Langzeithaltbarkeit ist es noch zu früh. Ich selbst bin aus gesundheitlichen Gründen schon lange nicht mehr zu solchen Zuladungen fähig und kann daher auch nichts verwertbares beisteuern.

Gruß Martin
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Olaf
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Olaf »

Ich bin seit einigen Jahren mit einem Macpac Glissade (oder so) unterwegs. Der hat von Anfang an einen sehr robusten Eindruck auf mich gemacht und hat mir seither auch keinerlei Probleme bereitet. Es heißt zwar immer, dass man einen voll beladenen Rucksack am besten an beiden Schultergurten gleichzeitig oder an der kleinen Trageschlaufe anheben soll, aber da hat mein Rucksack auch schon einiges an Misshandlung aushalten müssen. Ich hatte ihn bisher allerdings nur mit maximal 28kg beladen, was mir incl. Vorräten für zwei Wochen gereicht hat. Einzig die Schnalle am Beckengurt musste ich mal tauschen, aber da sollte man sowieso immer Ersatz dabei haben...
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Reiner
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Reiner »

Hallo Guido
Da hattest Du ja wirklich Pech mit Deinem Rucksack.Zum Glück hattest Du Hilfsmittel und Einfallsreichtum, sonst wäre die Tour schon am Anfang zu Ende gewesen.Mein Gregory Palisade hat auch schon einige Jahre und lange Trekkingtouren in Island gut überstanden.Auch ein Fastabsturz (mehrere Meter ein Schuttrinne runter) hat er heil überstanden.Es löste sich aber auch am Anfang die Innere Verschraubung.Und, ach ja zwei kleine Löcher hat er auch schon (Mäuseatacke um ans Müsli zukommen) :evil:
Da der Rucksack auch immer mit 30 Kilo gut gefüllt und durch viele unqualifizierte Packerhände zuleiden hatte,ist er immer noch voll gebrauchsfähig. :D
Gruß Reiner
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Ute
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Ute »

Hallo,
ich habe meinen Rucksack von Tatonka seit 1995, und habe ihn auf jeder Tour immer mit dabei.
Das war damals allerdings ein "Auslaufmodell", Rucksäcke dieser Art gibts wohl nicht mehr.
Er hat ein Leergewicht von ca. 1,3 kg.
Am schwersten war er mal mit etwa 24kg, aber er wurde genauso von anderen behandelt, wie Guido/Südwind es beschrieben hat.
Ein ordentlicher Rucksack muß das aushalten können.
Gruß
Ute
Südwind
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Südwind »

Hallo vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen zu Greogry und anderen Modellen.
Einige von euch haben ja auch einen Gregory und bisher keine negativen Erfahrungen gemacht, sodass diese Marke doch nicht so schlecht sein kann, vor allem wenn ich höre, dass dieser auch mal einen Sturz von mehren Metern ausgehalten hat. Das sich die Schrauben beim Greogory schnell lösen, scheint öfters vorzukommen und kann einen wenn man diese vreliert und sich völlig abseits der Zivilisation befindet in echte Bedrängnis bringen.
Mein Ausrüstungsladen hat nach meiner Rückkehr damals die Schrauben dann mit einem speziellen Kleber (Lock Tide oder so ähnlich) der im Flugzeugbau verwendet wird, dauerhaft fest gemacht. Nach der letzen Reparatur der Nähe durch Gregory sind die Schraube jedoch wieder etwas locker und mit dem gewöhnlichen Taschenmesserschrauebenzieher lassen die sich nicht so einfach festmachen, da man dann noch ein 2 Schraubenzieher benötigt. Was soll man denn noch alles mitschleppen?
Das in anderen Ländern die Bussfahrer den Rucksack oftmals nur am Schultergurt hochziehen und nicht gerade zimperlich den Rucksack behandeln habe ich auch erlebt, aber vielleicht war er dann auch nicht so schwer oder ich hatte ihn oftmals im Reissack eingehült, sodass er gut geschütz war.
Aber ihr habt recht, eigentlich sollte ein Rucksack so etwas auch aushalten können.
Das die Hüftgurtinnenschale zerbrechen hatte ich bei keinem anderem Modell erlebt und scheint weil diese aus Kunstsotff bestehen, eine gewisse Schwachstelle bei Gregory zu sein. Ob Kunstoff für den Hüftgurt da wirklich das passende Material ist, wäre zu hinterfragen. Einleuchtend ist wie ich vom Ausrüstungsladen erfuhr, dass durch das Tragen eine Reibung und starke Hitze entsehen kann, dann kommt noch je nach Klima und Land noch zusätzlich die Hitze am Tag und nicht selten eiskalte Nächte, dass könnte den Kunstsoff spröde und bruchanfällig machen.
Mal schauen ob Gregory sich bei der Reparatur kulant zeigt. Wenn ihr bisher gute Erfahrungen mit Gerogry gemacht habt, dann setze ich noch einmal Vertrauen in diese Marke und werde die nächste Tour damit angehen.

Die lange Tour durch Hornstrnadir, bei erstaunlich bester Wetterlage sowie im Hochland, waren trotzdem einmalig schön und hatten mich dann über das etwas mühsamere Tragen des gehandicapten und etwas schief sitzenden Rucksackes hinweggeholfen.
Also noch einmal Danke für eure schnellen Rückmeldungen und so ein Klebe bzw. Paketband, werde ich nun immer mitführen, denn es kann also durchaus äußerst nützlich sein.
Viele Grüße
Guido
schmidtbarbara37
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von schmidtbarbara37 »

hm das tut mir echt leid für dich, dass du so probleme mit deinem rucksack hattest, macht einen wanderurlaub ja nicht unbedingt super angenehm...

aber wie schon von den anderen gesagt: eigentlich muss so etwas ein rucksack aushalten können... naja ich würde einfach sagen du investierst dieses jahr noch mal richtig in einen neuen guten qualittäts rucksack und dann sollteste beim nächsten wanderurlaub auch keine weiteren probleme haben ;)
Blacky
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Re: Rucksackprobleme -Eure Erfahrung gefragt

Beitrag von Blacky »

schmidtbarbara37 hat geschrieben: naja ich würde einfach sagen du investierst dieses jahr noch mal richtig in einen neuen guten qualittäts rucksack und dann sollteste beim nächsten wanderurlaub auch keine weiteren probleme haben ;)
Naja, ein Gregory IST eigentlich ein richtig guter Qualitätsrucksack und kein Ramsch von der Resterampe.

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