Hallo Miriam,
Miriam.L hat geschrieben:Vielen Dank Uwe. Habe schon etwas gelesen und die Beiträge sind sehr hilfreich.
Meinst du mehrere Touren aufgrund der Abwechslung oder bezogen auf die körperlichen Anstrengungen?
Beides – zum einen ist es natürlich einfacher eine kurze Wanderung von 3-5 Tagen zu planen als eine längere Tour von … sagen wir 10 Tagen oder mehr. Entweder du schleppst alles gleich mit oder du musst ein oder mehrere Versorgungspaket(e) vorausschicken. Es ist sicherlich alles machbar, aber gerade wenn man zum ersten Mal in Island wandern möchte, ist die Planung etwas aufwendiger. Längere Wanderungen sind natürlich auch körperlich anstrengender als kurze Touren, aber das hängt auch etwas von deiner eigenen Fitness ab. Aber gerade wenn du schreibst, dass du absolut keine Erfahrung mit Trekking hast, dann sollte man vielleicht am Anfang etwas kürzer treten. Aber das ist meine Meinung. Andere sehen das vielleicht auch gelassener. Du solltest auch nicht das Wetter außer Acht lassen. Wenn die Sonne scheint und es nicht regnet, macht das Wandern natürlich mehr Spaß als im Regen zu laufen. Kannst du dir vorstellen mehrere Tage im Regen zu laufen? Wirst du ausreichend Essen mitnehmen, um evtl. 2-3 Tage ungeplant im Zelt zu verharren, bis das Wetter besser wird?
Es passiert natürlich nicht so oft, dass es mehrere Tage ununterbrochen regnet. Aber selbst wenn es einen Tag regnet und es an den darauf folgenden Tagen immer mal nur kleine Schauer gibt, aber die Wolken tief hängen, du keine Fernsicht hast und es keine Möglichkeit gibt deine nassen Klamotten zu trocknen – wie lange würdest du das aushalten? Natürlich kann man seine Tour jeder Zeit abbrechen, aber je nach dem wo man sich befindet, sollte man 1-2 Tage einrechnen, bis man wieder eine belebte Straße erreicht.
Damit komme ich zum nächsten wichtigen Punkt. Du schreibst, dass du alleine unterwegs sein wirst. Das ist prinzipiell kein Problem, denn Island ist ein relativ sicheres Land und kein Polarfuchs wird Jagd auf dich machen

. Auch wenn die Hochebene Kjölur relativ flach ist, solltest Du Karte und Kompass/GPS dabei haben, um dich bei schlechter Sicht orientieren zu können. Des Weiteren solltest du bei geplanten längeren Wanderungen immer jemanden Bescheid sagen, wann und wohin du wandern möchtest und wie lange du unterwegs sein wirst. Am Ende solltest du auch Bescheid sagen, dass du wieder angekommen bist, damit man nicht nach dir sucht. Das ist nicht nur wichtig für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass du die Orientierung verlierst, sondern für den möglichen Fall von Verletzungen. Dies hat auch nichts damit zu tun, ob du in Sachen Trekking/Wandern ein Anfänger bist oder man schon Jahrzehnte lange Erfahrung hat. Jeder kann sich beim Wandern so verletzen, dass man nicht mehr weiter kann und Hilfe benötigt und gerade im unbesiedelten Hochland ist es noch immer keine Seltenheit, dass man keine Verbindung zum lokalen Mobilfunknetz hat.
Wie ich aber auch schon geschrieben habe, Island ist ein sehr vielseitiges Land. Sicherlich gibt es Gegenden die sich ähneln, wie zum Beispiel Landmannalaugar und Kerlingarfjöll oder Hornstrandir und die Ostfjorde, aber es ist niemals das Gleiche. Man muss aber auch bereit sein diese Unterschiede zu erkennen.
Wenn du für längere Zeit in Island bleibst um zu arbeiten, wirst du sicherlich/hoffentlich auch Zeit haben das Land etwas kennenzulernen. Andererseits ist eine anfängliche Rundreise auch ein guter Start, um ein Gefühl für das Land zu bekommen. Dabei stört es überhaupt nicht die verschiedenen Orte mehrmals anzusteuern.
Würdet ihr mir raten zunächst den Laugavegur zu gehen und dann hoch zum Kjalvegur - mit dem Bus oder zu Fuß?!
Hatte eigentlich vor, den ersteren wegen der Beliebtheit nicht zu gehen. Aber vielleicht ist das für den Anfang nicht schlecht?! Er soll ja landschaftlich unheimlich schön sein.
Ich kann mich lenas Meinung nur anschließen – es macht absolut keinen Sinn eine Wanderung wegen der Beliebtheit des Wanderweges nicht zu gehen. Es gab schon mehrere Diskussionen hier im Forum, ob der Laugavegur nun überlaufen ist oder nicht. Es ist zum einen natürlich eine persönliche Ansichtssache und zum anderen sicherlich auch tagesabhängig. Wenn jemand keine Lust hat auf dem Laugavegur zu wandern, so ist das sein gutes Recht – umso weniger Leute sind es.
Vielleicht ist es aber für Trekking-Anfänger auch ein Vorteil auf einem Wanderweg unterwegs zu sein, wo man nicht allein ist.
Sooo viele Fragen und sooo viele Möglichkeiten.
Ja, so ist das und genau wegen dieser vielen Möglichkeiten gibt es Leute die nicht nur einmal, sondern mehrmals nach Island reisen. Aber egal wie man es betrachtet, entscheiden musst du für dich allein.
Uwe