Hallo Finn.Peter,
willkommen im Forum.
Erstmal, wie schlimm ist es mit den "Menschenmengen" auf dem ersten Stück? Die Strecke soll ja besonders beliebt sein.
Das mit den „Menschenmassen“ ist so eine Sache, wo die Meinung etwas auseinander geht. Es gibt Leute die sagen es ist gar nicht so schlimm wie sie befürchtet hatten und dann gibt es jene Leute, die drei anderer Wanderer sehen und sich darüber ärgern, dass sie diese schöne Landschaft nicht alleine bewundern dürfen.
Auf dem Laugavegur (Þórsmörk – Landmannalaugar) wirst du definitiv nicht allein sein, aber es wird sicher auch keine Menschenkette bilden. Da du dich offensichtlich mit den Wanderstrecken in NZ auskennst, kann ich dir mit diversen „Vergleichstouren“ aushelfen. Der Laugavegur kann mit den Great Walks in NZ verglichen werden, wie beispielsweise Milford Sound, Kepler oder Routeburn tracks. Wenn allerdings das Wetter schlecht ist, besonders in den höheren Lagen bei Hrafntinnusker, dann kann es aber auch passieren, dass die Sicht so schlecht ist, dass du keine Wanderer siehst – oder nur jene, die dir entgegenkommen.
Die Umgebung von Landmannalaugar ist da schon etwas intensiver besucht, aber selbst hier gibt es Unterschiede was die Anzahl der Wanderer auf den unterschiedlichen Strecken angeht. Dieses Thema wurde erst kürzlich in einem anderen Thread angeschnitten:
http://www.islandreise.info/viewtopic.php?f=15&t=7651
Die Strecken vom Camp Landmannalaugar zum Berg Brennisteinsalda oder auf den Gipfel des Bláhnúkur sind teilweise vergleichbar mit der Tour Tongariro Crossing in NZ.
Die Wanderungen auf dem Eldgjá-Trail (Sveinstindur – Hólaskjól) oder Strútsstígur (Hólaskjól – Hvanngil) sind da schon wesentlich einsamer. Es kann durchaus passieren, dass du den einen oder anderen Wanderer triffst oder ggf. auch mal eine ganze Gruppe, aber es kann genauso sein, dass du überhaupt niemanden triffst. Ich war im letzten Jahr dort unterwegs und wir haben nur zwei andere Wanderer getroffen – einer an der Sveinstindur-Hütte und der Zweite kam uns bei der Eldgjá-Schlucht entgegen. Sonst war absolut niemand in dieser Zeit unterwegs. Selbst am Wasserfall Ófærufoss in der Eldgjá-Schlucht (einem eigentlich sehr gut besuchter Touristenort) hielt sich der Ansturm in Grenzen und das war Ende Juli, also in der Hauptsaison. Die beiden Wanderstrecken (Eldgjá-Trail und Strútsstígur) sind in etwa vergleichbar mit den Wanderungen Queen Charlotte oder Tongariro circuit.
Und wie sieht's von Landmannalaugar weiter aus?
Auf welchem Weg genau planst du denn von Landmannalaugar nach Sveinstindur zu wandern und wann willst du denn dort unterwegs sein?
Dann die klassische "Warm-Genug-Frage":
Ich wolle in meiner Nylon Wanderhose und Polyester Leggins laufen. Die trocknen erfahrungsgemäß relativ schnell und wärmen vernünftig bis 5 Grad. Drüber kommt natürlich die Regenhose die denn netten Nebeneffekt hat Windchill etwas zu mäßigen.
Oben rum dann Merino Unterhemd und Longsleve 200 und eine warme Fleecejacke plus Regenjacke.
Also, warm genug?
Die Klamotten sollten ok sein. Zumindest für mich klingt alles ausreichend.
Außerdem hatte ich vor auf dem Weg zu campen...
Ich wollte mein Hubba Hubba NX mitnehmen, das 40km/h Wind wegsteckt, aber dann ließt man von Sandstürmen und heftigen Winden...
Die Hubba Hubba-Zelte von MSR sieht man relativ häufig in Island und sie sollten ausreichend sein. Es kann aber auch Stürme geben, bei denen sie an ihre Grenzen stoßen, aber das gilt für alle Zelte. Es gibt kein unzerstörbares Zelt, auch keines für über 1000 Euro.
Zum Schlafen dann den Deuter Exosphere -4, gegebenfalls mit Inlay. Auch hier wieder, warm genug für laue Julinächte?
Völlig ok.
Zum Thema Campen:
Findet man gut genug Zeltplätze und ist das überhaupt legal?
Es sollte inzwischen hinreichend bekannt sein, dass auf dem Laugavegur (Þórsmörk – Landmannalaugar) das wilde Zelten strikt verboten ist. Auf den anderen Wanderungen ist es zumindest soweit erlaubt, dass (nur) Wanderer eine Nacht wild Zelten dürfen. Sofern keine Hütte erreichbar ist, darf man dies auch innerhalb der Naturschutzgebiete bzw. Nationalparks. Wandergruppen mit mehr als 10 Zelten benötigen dafür aber eine Sondergenehmigung. Selbstverständlich sollte man immer beachten, dass man möglichst keine Natur (v.a. Pflanzen) zerstört und den Platz wieder so verlässt wie man ihn vorgefunden hat. Das ist jetzt nicht an dich (Finn.Peter) persönlich gerichtet, sondern eine allgemeine Info, die man leider nicht oft genug wiederholen kann.
Was ist das mit kurzer Hose und Sandalen um zu furten? Ich bin da Kiwi Style immer einfach durch gelatscht

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich nur 1-2 Mal die Hose zum Furten ausgezogen. In der Regel reicht es, wenn man die Beine hochkrempelt. Manchmal werden sie etwas nass, aber die Hosen trocknen auch wieder an der Luft. Anders sieht es bei den Schuhen aus. Ich benutze Trekkingsandalen zum Furten, andere Wanderer bevorzugen Crocs.
Selbstverständlich kannst du auch deine Wanderstiefel anlassen, aber wenn du nur zeltest, dann bekommst du die Schuhe niemals trocken. In Neuseeland bin ich auch mit Schuhen durch die Flüsse gelaufen, aber dann konntest du die Schuhe auch über Nacht in der nächsten Hütte trocknen. Wenn du auf dem Laugavegur oder dem Eldgjá-Trail in den dortigen Hütten übernachtest, dann bekommst du die Schuhe über Nacht wieder trocken, aber im Zelt nicht. Allerdings gibt es auf diesen beiden Strecken jetzt nicht so viele Flussquerungen (wie beispielsweise der Waimakariri river auf dem Avalanche Peak track), als das es sich nicht lohnen würde die Schuhe auszuziehen. Anders verhält es sich auf dem Strútsstígur, wo du auf der Strecke zwischen der Hütte Strútsskáli und dem Camp Hvanngil mehrere Flussarme der Kaldaklofskvísl furten musst.
Bin mir sicher die ein oder andere Frage wurde hier schon hundert Mal gestellt, hoffe ihr seid geduldig genug auch mir die noch einmal zu beantworten
Oh ja, aber wir sind hier ein geduldiges Völkchen
viel Spaß bei deiner weiteren Planung!
Uwe