nachdem ich schon seit geraumer Zeit hier mitlese und viele Inputs mitbekommen habe (danke vor allem auch an @carlotta für die sehr interessanten Reiseberichte auf separater Webseite…) möchte ich mich nun doch auch selbst zu Wort melden.
Wir haben schon alles gebucht und grob geplant und werden am 16. Juli am Flughafen KEF für 13 Tage einen JS-Pickup-Camper (Hilux) übernehmen. Es ist unsere erste Islandreise und wir wollen dabei auch ins Hochland (obwohl das hier von vielen als Einstieg nicht als so gut angesehen wird). Auf jeden Fall werden wir uns dabei auf die nicht so schwierigen Pisten konzentrieren.
Meine große Leidenschaft ganz generell ist die s/w-Fotografie und ich hoffe trotz der faszinierenden Farben auf Island auch Motive zu finden, die gerade in dieser Abstraktion ihre Aussagekraft bekommen. Meine Arbeitsweise ist dabei relativ langsam, es kann also eine halbe Stunde dauern, bis die Aufnahme im Kasten ist. Früher zu analogen Zeiten habe ich mit 8x10“-Großformat unter dem schwarzen Tuch gearbeitet. Das tue ich mir jetzt nicht mehr an, aber es ist immer noch eine umfangreiche digitale Mittelformatausrüstung (mit 4 Wechselobjektiven und Stativ ca. 12-13 kg). Und zusätzlich eine DSLR als „Fallback“ oder "Sauwetter-Kamera". Das Fotografieren steht bei mir also an erster Stelle. Wandern ist mit meinem Equipment kaum möglich, höchstens bei kleineren Entfernungen evtl. eine Notwendigkeit um zum Ziel zu kommen. Daher auch die für viele vielleicht zu lang geplante Streckenführung.
Ich betone das alles, weil daher auch der Wunsch kommt, möglichst viel im Hochland zu erleben und dort die Leere „aufzusaugen“.
Dafür reizen mich naturgemäß
- Kaldidalur (sozusagen zum Eingewöhnen),
- Kjölur (von Nord nach Süd),
- Sprengisandur (Süd -> Nord mit Übernachtung in Nýidalur wegen der berüchtigten Furt),
- natürlich Myvatn, Goðafoss, Dettifoss,
- Askja über F905 / F910 mit Übernachtung in Dreki.
- Dann nach Osten und Fahrt zu den Gletscherzungen des Vatnajökull (Heinabergsjökull/Fláajökull), natürlich zu Jökulsarlon und Skaftafell und an die Küste nach Vik í Mýrdal.
Damit würden ca. 2700-2800 km zusammenkommen. Das alles ist natürlich nicht so zwingend, schon wegen der Ungewissheit der Wetterverhältnisse. Da wir einen Camper haben, sind wir ja flexibel und können spontan umplanen.
Meine erste Frage geht nun dahin, inwiefern die angesprochenen Pisten landschaftlich vielleicht sehr „ähnlich“ sind (betrifft wohl vor allem Sprengisandur im Vergleich zu Askja ??) und damit nicht unbedingt immer völlig neue Aussichten eröffnen. Von Eindrücken entlang der F26 habe ich hier eigentlich nichts finden können außer den Infos zu den Furten…
Aber die Tabula-Rasa-Szenerie, die ich anderswo auf Bildern gesehen habe, fasziniert mich einfach.
Es wäre beispielsweise möglich die Sprengisandur-Route ganz wegzulassen.

(1) noch einmal hoch zur Kjölur und da nur eine Teilstrecke fahren, oder stattdessen
(2) Fjallabaksleið nyrdri (F208 / F225).
Konkret dazu auch noch folgende Fragen:
- mir wurde der Abstecher nach Jöklasel empfohlen (F985). Lohnt sich das, auch wenn man dort oben keine Gletschertour macht ?? (mit meiner schweren Ausrüstung will ich da nicht auf dem Gletscher herumturnen).
- F208 wird allgemein als nicht übermäßig schwierig beschrieben, auf meiner Karte sind eigentlich nur 3 Furten eingezeichnet, aber augenscheinlich sind es wohl doch wesentlich mehr. Ich habe da ein Zeitraffervideo gesehen, wo aller Nase lang eine Furt kommt. Das sieht zum Teil ja doch etwas heftig aus und kostet auf jeden Fall Zeit. Wieviele Stunden muss man da überhaupt bis Landmannalaugar veranschlagen ? (ohne Fotostopps, reine Fahrzeit!). Zum Campen würden wir dann sicherlich noch bis Landmannahelir weiterfahren.
Und zum Schluss noch etwas Wichtiges: ich arbeite beim Fotografieren eigentlich grundsätzlich mit Stativ, es sei denn, es schüttet aus allen Wolken oder der Aufnahmeort und -winkel lässt dies nicht zu. Nun habe ich schon mit etwas Bauchweh festgestellt, dass es teilweise schwierig sein kann, das Fahrzeug sauber abzustellen und dann in Ruhe zu fotografieren, weil die Pisten sehr schmal sind und eben kein Platz zum Anhalten ist (wie bereits erwähnt, kann so eine Session bei mir manchmal locker eine halbe Stunde oder länger dauern). Ich will ja nicht die Piste total verlassen, aber es beunruhigt mich natürlich etwas, wenn man nicht einmal 50cm nach rechts über die Linie darf...

Wie stellt sich das auf den von mir aufgelisteten Strecken dar ?? Gibt es da nur Ausweichstellen, wie ich sie von den „single track roads“ in Schottland kenne, wo man ja nicht parken darf, oder kommen da an attraktiven Stellen auch richtige Parkbuchten ?? (Würstchenbude und Holztisch brauche ich allerdings nicht….

Vorerst schon mal schönen Dank für Anregungen und konstruktive Kritik…
Viele Grüße, Stephan.