Danke für die Tips, fasse meine praktische aktuelle Erfahrung 2023 mit dem "Miet-Standard LC 150 GC" (d.h. ohne Schnorchel, ohne Höherlegung) als Mietwagen mal ausführlicher zusammen, für Islandreisende, die auch ein Fahrzeug vor Ort mieten müssen:
1. Das erste Hauptproblem ist, dass mit einem 4x4 Mietwagen von den großen Vermieter in Island bestensfalls F-Hochlandstraßen zugelassen werden, Flüsse durchfahren aber z.B. nicht. Wann ein Wasserlauf ein Fluss oder nur ein Rinnsall oder Bach ist oder ob ein Bach ein Fluss ist, Auslegungssache. Schäden am Mietwagen bei Verstössen muss man bei Verstössen immer voll selbst tragen, ohne Vollkasko kann das sehr teuer werden. Tracks ohne F-Nummer muss man mit Mietwagen daher zur Risikovermeidung eigentlich grundsätzlich meiden, sonst ist das der erste grobe Verstoss. Alle blauen Strecken im Trackbuch waren problemlos mit dem aktuellen LC befahrbar meist mit einer F-Nummer bezeichnet, da trifft man auch oft die deutliche günstigeren 4x4 Mietwagen RAVs auch die Dusters usw.. Das man 4x4 für Hochlandstraßen in Island braucht sollte selbstverständlich sein, gibt auch oft Hinweisschilder dazu.
2. Mit dem aktuellen Mietwagen Landcruiser Prado 150 GC, der im Gegensatz zu früheren LCs nicht mehr 24cm soindern lediglich 21,5cm Bodenfreiheit hat, war die Trackbuch angegebenen Streckem mit notwendiger Bodenfreiheit 24cm oder mit großen Steinen oder Absätzen von Lavaplatten insbesondere in Furten wo man die schlechter sieht, nur mit mehr Vorsicht, Bedacht und Ruhe zu befahren, um zuverlässig das Aufsetzen zu vermeiden. Damit sind viele rote im Trackbuch mit 24cm Bodenfreiheit oder mehr bezeichneten Tracks (falls diese überhaupt noch F-Straßen sind), m.E. kaum mehr ohne merkliches Risiko mit einem aktuellen Standard MIet-LC befahrbar, wenn man bei dem Mietwagen das Aufsetzen sicher vermeiden möchte. Dem aktuellen Prado 150 fehlt da einfach etwas die Bodenfreiheit die frühere LCs mit 24cm hatten, auch wenn das Traktionsystem des Prado weiterhin perfekt ist und der Unterboden besser wie bei normalen Autos geschützt scheint. Kein Wunder das viele Isländer den aktuellen LC daher höher legen lassen.
3- Auch wenn der aktuelle Standard Landcruiser eine 70cm Watttiefe hat, wäre eine Furt mit 70cm Tiefe wohl defintiiv kein Bächlein mehr, sondern schon eher ein Fluss, also auch nicht mehr mitversichert. Aktuell war die allgemeine Wasserlage aber im späten Sommer in Island eher niedrig, bei 30/40cm als knapp über den Schweller floß kein Wasser in den Kofferraum und Türen des Prado. Falls der Prado in Furten schlecht gesteuert versinken würde oder von eine Lavaplatte abrutscht hängt er mit seinen 21,5cm auch schnell mal fest, wieder das Bodenfreiheitsproblem. Die Vollkaskoversicherung greift dann auch nicht mehr, da Fluss, da helfen die 70cm Watttiefe nicht weiter. Alle Hinweise an der Furt und aus dem Trackbuch sind immer für alle Fahrzeuge strikt zu beachten, um das Risiko von Schäden gering zu halten.
4. Der Rampenwinkel wie auch der Böschungswinkel sind beim aktuellen LC Prado nicht mehr ganz auf Geländewagenniveau, so dass man auch hier bei schwierigeren Strecken wie starken Böschungen in oder aus Furten, stark versetzten Lavaplatten usw. ggf. man mehr aufpassen muss um mit dem Mietwagen überhaupt nicht aufzusetzen.
5. Der Prado hatte AllTerrain Reifen, was ihn aber auch nicht zuverlässig vor einem Plattfuß sicher schützt, da diese bei Mietwagen auch schon alt und recht abgefahren sein können. Der Wechsel mit dem einfachen LC Bordwerkzeug ist schwierig selbst im schwierigen Gelände zu meistern, insbesondere wenn man es noch nie bei einem LC gemacht hat. Wem es kein Platz unter dem LC mehr gibt, lässt sich das Reserverad unter dem Bodenblech auch nicht mehr einfach zum Austausch ablassen. Andere Autos haben das im Kofferraum oder hinten drauf. Alle Kosten bei Pannen bleiben bei Mietwagen bei einem hängen und wenn man irgendwo in der Pampa Pannenhilfte holt, wirds in Island teuer.
6. Der LC ist aber soweit ersichtlich den Miet-SUVs in Sachen Komfort auf z.B. den Schotterstrecken deutlich üblegen, auch noch kompakt genug um leicht gefahren zu werden. Innen ist er groß genug für vier Erwachsenen und es gehen reichlich Koffer in den Kofferraum.
7. Der LC hat als Mietwagen mit 70cm Watttiefe beruhigende aber teurere Reserven bei Furten, die er aber mit mangelnder Bodenfreiheit dort wieder verlieren kann bzw. aufgrund Haftungsausschluß Mietwagen ggf. im Schadensfall überhaupt nicht weiterhelfen, da 70cm schon ein Fluß darstellen.
Wer im späteren Sommer fährt wo das Wasser tiefer steht, seine Tracks ausgewählt plant, kann ggf. auch mit einem Miet-Duster 4x4 der auch schon 21cm Bodenfreiheit/35cm Wattiefe hat, eventuell deutlich günstiger und unkomfortabler unterwegs, da sind auch zig auf den Hochlandstraßen zu sehen. Ein RAV 4x4 mit mehr Komfort wie der Duster ist ebenfalls noch deutlich günstiger wie ein LC und bringt zumindest 19cm Bodenfreiheit/40cm Watttiefe mit, ev. ein guter Kompromis zwischen Preis Leistung. Andernfalls kann man natürlich auch gleich ein Fahrzeug mit richtig Bodenfreiheit wählen, z.B. ein Jeep oder eine Hilux ggf. mit Aufbau zum Campen
