Kann man sich sonst irgendwelche Viren/Bakterien (in den diversen HotPots z. B.) eingefangen haben?
Wenn ich da so an das Warmwasserbecken im Schwimmbad von Reykjavík denke, wie viele Leuet da dicht bei dicht sitzen und und dazwischen plantschen Kleinkinder - dann möchte ich nicht für Trinkwasserqualität bürgen. Aber die Gefahr ist nicht höher als in jedem anderen Schwimmbad.
In natürlichen Hotpots hängt es von der Anzahl der Besucher aber wie schnell sich das Wasser durch den Durchfluß erneuert und ob es Oberflächenwasser oder Quellwasser ist
In Hveravellir, zum Beispiel, wurde der Pool früher einmal pro Woche abgelassen und mit Spülbürsten in Handarbeit gereinigt und von Algenansatz befreit. Jetzt wird das mit einem Damdfstrahler erledigt.
Im bekannten warmen Bach von Landmannalaugar hat man zwar einen guten Durchfluß, aber der größte Teil des Wassers kommt aus sehr langsam fließenden Seitenbächen und kann sich lange an der Oberfläche oder oberflächennah aufgehalten haben. Etwas in die Schlagzeilen geriet das Bad in Landmannalaugar 2003 und 2004 durch das Auftreten der sog. "Swimmer's itch" (isl.: Sundmannakláð, dt.:Cerariendermatitis oder Badedermatitis).
... und nachdem Lena mich so nett anschubst

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Hier eine ausfühliche Studie in Isländisch:
http://www.laeknabladid.is/2005/10/nr/2119
und hier die englische Zusammenfassung:
http://www.laeknabladid.is/2005/10/nr/2120
Ich möchte es laienhaft so zusammen fassen:
Dabei handelt es sich um einen Vogelparasiten der (irrtümlich) versucht den Menschen als Wirt anzugehen. Das menschl. Imunsystem blockt ihn jedoch ab. Dabei kann es zu einer allergischen Reaktion der Haut kommen. Die Folge können jedoch stark juckende Rötungen sein, welch nach wenigen Tagen wieder abklingen. Lästig aber im Prinzip harmlos.
Nach Angaben von Kerstin (Hüttenwartin in Emstrur) versucht man in Landmannalaugar den Lebenzyklus des Parasiten und damit dessen Verbreitung zu unterbrechen indem man Wasservögel am Brüten im Einzugsgebiet des Badegewässers hindert. Wie erfolgreich diese Maßnahmen sind/waren kann ich nicht sagen. Bei mir traten nach mehreren (und langen) Bädern in Landmannalaugar in diesem Sommer
ähnliche aber etwas untypische Symptome auf und die Ärzte sprachen sich 2:1 gegen den Verdacht auf eine Cerariendermatitis aus.
Das Trinkwasser in Island ist im allgemeinen von bester Qualität (davon kann man in vielen Städten Resteuropas nur träumen). In der Regel haben Bauernhöfe aber ihre eigene Wasserversorgung und die kann recht unterschiedlich sein. Wasser direkt vom Bach in die Leitung ist nicht ungewöhnlich und das ermöglicht eine biologische Verschmutzung durch z.B. Schafe und Gänse.
Trotzdem: ich werde auch weiter in HotPots baden und aus Bächen trinken 8)
Dieter